Sondie­rung gescheitert.

Zwei Wochen nach den Wahlen zum 21. Bundes­tag, am 8. März 2025, haben die Verhand­lungs­füh­rer von CDU/CSU und SPD ein erstes Sondie­rungs­pa­pier vorge­legt.  CDU und CSU hatten auf praktisch allen Politik­fel­dern grund­le­gende Kurskor­rek­tu­ren in Aussicht gestellt. Energie­po­li­tisch stimmte ihr Wahlpro­gramm – siehe hier auf S. 18 ff.  – einen Dreiklang aus “Bezahl­bar, sicher und sauber” an.

Ideolo­gie­frei und techno­lo­gie­of­fen” sollte diese Ziele erreicht werden. So sollte u.a. das umstrit­tene Heizungs­ge­setz zurück­ge­nom­men und die Option Kernener­gie, insbe­son­dere die neuen techno­lo­gi­schen Entwick­lun­gen dort, nicht länger tabui­siert oder ignoriert sondern genutzt werden. “Mehr Markt und weniger Staat” lautete eine der Losun­gen. Mit jenem Programm ging die Partei als stärkste Kraft aus den Wahlen hervor. 

Vor diesem Hinter­grund ist das Papier, das die Verhand­lungs­füh­rer der künftig größten und dritt­größ­ten Bundes­tags­frak­tion 13 Tage später kursie­ren ließen, eine Farce. Wenn man Sondie­rung als die Suche nach sinnvol­len Kompro­mis­sen, die zu guten Ergeb­nis­sen führen können, versteht, so ist diese eindeu­tig geschei­tert. Keine der eviden­ten Fehlent­wick­lun­gen der letzten Jahre werden adäquat adressiert:

 
  1. Die dringend notwen­di­gen Strom­preis­sen­kun­gen werden durch Steuer­ver­zicht und Subven­tio­nen bewerk­stel­ligt. Die Kosten der Energie­wende werden damit weiter steigen. Die Subven­tio­nen der EE-Betrei­ber, die sich in diesem Jahr auf knapp 19 Mrd. € hochge­schraubt haben, bleiben offen­bar unangetastet.
  2. Unter dem Stich­punkt “Erhöhung des Energie­an­ge­bots” findet man nicht die dringend notwen­dige Reakti­vie­rung der deutschen Kernkraft­werke, obwohl verschie­dene Studien in jüngs­ter Zeit die Möglich­keit der Reakti­vie­rung festge­stellt haben. Die verstärkte Nutzung von Reser­ve­kraft­wer­ken auch zur Stabi­li­sie­rung des Strom­prei­ses wird nur die Höhe von Preis­spit­zen abmil­dern, aber die Kosten des Gesamt­sys­tems weiter hoch halten.
  3. 20 GW (statt wie von Herrn Habeck vorge­se­hen 12,5 GW) Gaskraft­werke werden noch höhere Subven­tio­nen bedin­gen, wenn diese nicht in einem Regel­be­trieb arbei­ten, sondern mit teurem Wasser­stoff die hohen Schwan­kun­gen der EE-Erzeu­gung ausglei­chen sollen.
  4. Der vorge­se­hene weitere Ausbau von Wind- und Solar­strom wird die Kosten des Strom­ver­sor­gungs­sys­tems weiter nach oben treiben, der Ausbau von Bioen­er­gie, Geother­mie und Wasser­kraft stößt an Potenzialgrenzen.
  5. Der Ausbau von Speicher­ka­pa­zi­tä­ten stößt an das physi­ka­li­sche Problem, dass die langen Dunkel­flau­ten des Winters nicht mit Strom­spei­chern überbrückt werden können. Hierfür werden Gaskraft­werke benötigt. Verrin­gert man durch Speicher­aus­bau deren Auslas­tung, gehen die Kosten des Gesamt­sys­tems weiter in die Höhe.
  6. Die Aufhe­bung des Verbots von CCS ist der einzige positive Punkt aus energie­po­li­ti­scher Sicht. Sie sollte jedoch nicht auf “schwer vermeid­bare Emissio­nen des Indus­trie­sek­tors” beschränkt werden.
  7. Leitmärkte für klima­neu­trale Produkte” werden den Stand­ort Deutsch­land weiter schwä­chen – wer deutschen Stahl­ab­neh­mern wie der Automo­bil­in­dus­trie Quoten zum Bezug von teurem “grünen” Stahl vorgibt, erhöht weiter deren Kosten.
  8. Die “Klima­po­li­tik” soll offen­bar unver­min­dert fortge­setzt werden. An den enormen Belas­tun­gen der europäi­schen Indus­trie durch den Emissi­ons­han­del wird festge­hal­ten. An der für die Verbrau­cher extrem teuren Einfüh­rung des Emissi­ons­han­dels für Treib­stoffe, Erdgas und Heizöl im Jahre 2027 soll wohl festge­hal­ten werden.
  9. In dem Sondie­rungs­pa­pier werden weder das Heizungs­ge­setz noch das Verbren­ner­ver­bot erwähnt. Offen­bar sind hier keine Änderun­gen geplant.
  10. Die Förde­rung der Kernfu­si­ons­for­schung ist positiv. Dies löst aber nicht die Probleme der kommen­den Jahre. Insbe­son­dere kann dies nicht darüber hinweg­täu­schen, dass die Reakti­vie­rung der Kernkraft­werke von dieser Regie­rung nicht angegan­gen wird.
 

­Diese Leitli­nien für die künftige Energie­po­li­tik sind vollkom­men unzurei­chend und werden die Probleme des Landes weiter eskalie­ren lassen. 

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